REGION PATAGONIEN

Südpatagonien
Die Provinzen Santa Cruz und Chubut - entlang der Nationalstrasse No. 40.
Patagonien ist eine der Gegenden der Welt, die über ihre Grenzen hinaus zu einer Legende geworden ist. Südamerika läuft nach Süden hin in einer magischen Weite zu beiden Seiten der Andenkette aus. Im Osten der Berge erstreckt sich die endlose patagonische Ebene Argentiniens. Der Weg von El Calafate nach Esquel führt durch unberührte Steppenlandschaften vorbei an den beeindruckendsten Stellen der patagonischen Anden.

Santa Cruz - El Calafate
Hauptanziehungspunkt ist der Gletscher Perito Moreno. Er ist besonders leicht zugänglich und kann von Stegen, die etwa 500 Meter von der 60 Meter hohen Eiswand verlaufen, besichtigt werden. Ständig brechen unverhofft Eisblöcke ab, ein faszinierendes Schauspiel. Jenseits dieses Erlebnisses bieten die Gletscher ein breites Angebot an Aktivitäten. So kann man beispielsweise eine Gletscherwanderung auf dem Perito Moreno unternehmen. Die Farbtöne des Eises, unter dem Gletscherspalten verborgen sind, reichen von blendendem Weiß bis zu einem intensiven Blau und beeindrucken den Besucher zutiefst. Eine andere Möglichkeit sind Schiffsausflüge zu den Gletschern Upsala, Onelli und Spegazzini oder die eintägige Schiffahrt zur Estancia Cristina.

Santa Cruz - El Chaltén
Die Ortschaft El Chaltén wurde 1985 gegründet, um die Besiedlung in der Gegend des Desierto-Sees zu fördern, da diese Zone von Chile beansprucht wurde. Die klassischen Aktivitäten sind Wanderungen zur Laguna de los Tres am Fuß des Fitz Roy, zu dem Wald am Ufer des Desierto-Sees, eine Schiffstour auf seinem grünen Wasser und eine Wanderung zur Anhöhe Loma del Pliego Tumbado, von wo aus man eine weite Sicht bis zum Capri-See hat. Für Trekking auf dem Eis hat man zwei Möglichkeiten; die einfachere Tour beginnt mit einer Schiffahrt von Bahía Túnel aus über den Viedma-See zum Gletscher gleichen Namens; hier beginnt das Trekking auf dem Eis. Schwieriger ist die Tour zum Berg Cerro Torre, die eine lange Trekking-Strecke umfasst, bevor man das Eisfeld erreicht. El Chaltén ist auch Ausgangspunkt für Expeditionen zum Kontintentaleis und zum Fitz Roy Berg.

Chubut - Steppe und Seen
Die Überquerung der südlichen Grenze der Provinz Chubut macht deutlich, dass das riesige Patagonien nur durch politische Enscheidungen des Menschen unterteilt wurde. Nichts unterscheidet das Bartgras diesseits und jenseits der Grenze und die "Guanacos" - eine wild lebende kleine Lamaart - sehen in Santa Cruz nicht anders aus als in Chubut, ebenso wenig wie die Pumas die in beiden Provinzen die Schafe reißen.

Die Halbinsel Valdés
Die Halbinsel ist ein vom Meer umgebenes Stück Steppe, wo sich das Leben der Wildtiere nicht nur im Meer sondern auch zu Lande zeigt. Diese zum Erbe der Menschheit erklärte Gegend ist ein in der ganzen Welt einzigartiges Naturreservat für Wale, Walrosse, Seehunde, Pinguine und Raubwale. In der Steppe, die eine Fläche von 4.000 km2 umfasst wächst eine eingetümliche Flora von Pfefferbäumen, Sandbüchsenbäumen, "Piquillín", kleinen Johannisbrotbäumen und einem "brasilera" genannten Strauch. Die hier lebende Fauna ist außerordentlich vielfältig. Es gibt "Choiques", eine kleinere Art des argentinischen Straußes, "Maras" (ein auch fälschlich als "Pampahase" bekanntes großes Nagetier), Guanacos, Graufüchse und eine Unzahl von Vogelarten.
Puerto Pirámides
Puerto Pirámides, am Golfo Nuevo gelegen, ist Ausgangspunkt für die Besuchsprogramme. Von hier aus starten die Exkursionen zur Beobachtung von Walen und andere Touren. Die großen Säugetiere kommen Anfang Mai in die Gewässer an der Halbinsel Valdés und bleiben bis Mitte Dezember dort. Neben der Walbeobachtung werden auch Aktivitäten wie Tauchen, Reiten und Sandboardfahren angeboten.

Ushuaia
Ushuaia hat den besonderen Reiz eines Ortes am Ende der Welt. Die südlichste Stadt der Welt wurde am Ufer des Beagle-Kanals errichtet. Die Gegend ist ideal, um sie per Schiff kennen zu lernen. Die Ausflüge passieren den Leuchtturm Les Eclaireurs und fahren weiter zur Seehundinsel, mit einer - wie der Name schon sagt - übervölkerten Seehundskolonie. Auf der Vogelinsel befinden sich Dutzende große, kegelförmige Nester, die die Kormorane vor einiger Zeit verlassen haben, um sich auf der Despart-Insel niederzulassen.
Das Zentrum
Ein Rundgang durch die Stadt erlaubt es, die typischen Pionierhäuser zu besichtigen. Im äußersten Norden der Stadt befindet sich das alte Gefängnis, das heute ein Museum ist. Einige Zellen wurden originalgetreu wieder hergestellt, so dass man sich das Leben der Häftlinge und die Geschichte der berühmtesten Insassen bildlich vorstellen kann. Die anderen Gebäude beherbergen das Marine-und das Antarktismuseum. Ein weiterer unverzichtbarer Besuch gilt dem Centro Beagle, wo sich eine Nachbildung der HMS Beagle befindet. Hier können sich die Besucher eine Musikshow ansehen, die die Expedition des Kapitäns Fitz Roy und des Naturforschers Charles Darwin in diese Gegend auf die Bühne bringt.

Der Feuerland-Nationalpark
Der 20 km von Ushuaia entfernt gelegene Nationalpark ist ein Natuschutzgebiet von 63 ha. Er ist mit patagonischem Wald bestanden, der vor allem aus Lengas, Ñires (araukanischen Buchen), Canelo-und Guindobäumen besteht. Man kann ihn auf verschiedenen Wegen durchwandern. Eine weniger stark genutzte Alternative ist ein Weg von Bahía Ensenada, der die Küste entlang durch den Wald bis nach Bahía Lapataia führt. Es ist eine dreistündige Wanderung, bei der man Albatrosse, die Hochlandgänse "Cauquenes" und Spechte beobachten kann.
Fagnano-See
Der Fagnano-See ist der größte See Feuerlands. Man erreicht das Ufer auf der normalen Straße, kann sich jedoch auch für eine überaus spannende Exkursion im Geländewagen mit Allradantrieb entscheiden. Auf dem Rückweg ist ein Halt am Escondido-See unverzichtbar.
Der Zug am Ende der Welt
Dieser Zug ist von der Zeit der alten Dampfloks und ihrem Glamour inspiriert. Er fährt von der "Station am Ende der Welt" zum Eingang des Nationalparks. Auf einer Strecke von 7 km folgt er der Route des alten Gefängniszuges, der das Holz, das die Häftlinge im Wald schlugen, abtransportierte.
Nordpatagonien

Bariloche und die sieben Seen
Am Ufer des Nahuel Huapí Sees gelegen, ist Bariloche der traditionelle Ausgangspunkt für alle, die von den Wäldern und Seen Patagoniens träumen. Im Winter wird die Stadt zu einem großen Skiressort. In Bariloche beginnt der bekannte Weg der sieben Seen, eine wunderschöne Route vorbei an den Seen Correntoso, Traful, Falkner, Villarino, Machónico und Escondido bis zum Lácar-See. An diesem Weg liegt auch die Andenstadt San Martín de los Andes. Villa La Angostura dagegen hat seinen Charakter als Bergdorf bewahrt. Hier findet man freundliche Herbergen und historische Hotels wie El Correntoso. Trotz aller Unterschiede ist doch die gesamte Gegend von ihren Seen und Wäldern gekennzeichnet, weshalb Frühling und Herbst besonders empfehlenswerte Jahreszeiten für ihre Erkundung sind. Allerdings kommen die meisten Besucher im Sommer. Bergsteigen, Wassersport auf den Seen, Trekking und Mountain Biken, Reiten und Rafting sind einige der Aktivitäten, denen man hier nachgehen kann.
Bariloche
Beginnen sollte man den Rundgang am Gebäude der Stadtverwaltung, dem Centro Cívico, das von dem Architekten Alejandro Bustillo, dem Erbauer des bekannten Llao Llao Hotel & Resort, entworfen wurde. Hier zeigt die Stadt ihr gefälliges Gesicht: Holz und Stein vor dem blauen Hintergrund des Nahuel Huapí Sees. Die klassischen Ausflüge umfassen eine Schiffahrt nach Puerto Blest und die Insel Victoria oder zum eindrucksvollen Myrrhenwald. Diese sehr seltene Baumart hat einen zimtfarbenen Stamm und weiße Blüten und wächst nur an wenigen Stellen der Welt. Den Wasserfall Los Alerces, einen Ausflug zu den Seen Gutiérrez und Mascardi oder Rafting auf dem Manso-Fluss sollte man ebenfalls nicht verpassen.
Villa La Angostura
100 km auf Asphaltstraße von Bariloche entfernt liegt Villa La Angostura. Das Dorf entstand rund um den traditionellen Country-Club Cumelén und die Winterurlaubsresidenz des Präsidenten "El Mesidor". Früher war der Weg nur geschottert und die lange Fahrt wagten nur Abenteurer und Angler, die an der Mündung des Correntoso einen fabelhaften Ort für das Fliegenfischen vorfanden.
San Martín de los Andes
Von Villa La Angostura nach San Martín de los Andes führt eine Schotterstraße. Abgesehen von einigen Blockhütten am Lago Traful und der Herberge Villarino gibt es unterwegs keine Unterkunftsmöglichkeit. Dagegen verfügt San Martín über ein gutes Angebot. Man sollte das Rafting auf dem Hua Hum oder eine Schiffstour auf dem Lolog an einem windstillen Tag nicht versäumen. Unverzichtbar sind auch die Ausflüge zu den Seen Paimún und Huechulafquen sowie zum Thermalbad Epulafquen, wo man die ersten Araukarien (auch Pehuenes genannt), in der Provinz Neuquén heimische Bäume zu sehen bekommt; einige erreichen ein Alter von mehreren Jahrhunderten. Ein besonderes Abenteuer ist die Besteigung des Vulkans Lanín. Im Winter konzentrieren sich die Aktivitáten auf das Skizentrum Chapelco.
(Quelle: Argentinisches Fremdenverkehrsamt)
Cuyo und Anden | Nordosten | Nordwesten | Pampa und Zentrum | Patagonien