REGION NORDWESTEN
Nicht nur landschaftlich, auch historisch und kulturell ist dieser Raum besonders interessant: Die Kulturlandschaft wurde stark von indianischen Kulturen geprägt. Zunächst von verschiedenen kleinen Völkern, später von den Inkas, deren Einfluss-und Herrschaftsgebiet zeitweise bis nach Córdoba und Mendoza reichte. Nach Ankunft der Spanier entstanden hier auch die ersten Siedlungen. Die Spanier kamen nämlich aus dem Norden, dem heutigen Bolivien (Quelle: Reiseführer Reise Know & How: Argentinien, Uruguay, Paraguay – 5. aktualisierte und erweiterte Ausgabe 2005).
Salta (Stadt)
Der koloniale Charakter macht die Hauptstadt der Provinz Salta zu einem der interessantesten Orte des Nordens. Versäumen sollte man nicht, die Kirche San Francisco, das Kloster San Bernardo, das Museum des Cabildo und die Kathedrale, zu besuchen. Bei einem nächtlichen Spaziergang durch die Balcarce-Straße kann man zusammen mit den Salteños das nächtliche Leben genießen. Hier findet man Restaurants, Cafés und Live-Musik bis zum frühen Morgen. Und probieren sollte man auf jeden Fall die berühmten "Empanadas" - gefüllte Teigtaschen - von Salta.
Valles Calchaquíes
Die Calchaquíes-Täler reichen von La Poma im Norden Saltas bis nach Punta de Balasto in der Provinz Catamarca, aber meist versteht man darunter den Abschnitt zwischen den Orten Cachi und Cafayate. Die Reise beginnt in Salta und führt über einen steilen, kurvenreichen Weg - die "Cuesta del Obispo" - in grüner Landschaft nach Piedra del Molino auf 3.340 m Höhe. Vorbei an den farbigen Steinskulpturen der Schlucht Quebrada de las Conchas führt die Route nach Salta zurück.
Cachi
Cachi war eine wichtige Stadt in den Valles Calchaquíes. In der Sprache der Quechua bedeutet "Cachi" Salz. Das Salz war eine wichtige Handelsware der Gegend. Zwar kann man heute die Reste der präkolombinen Kulturen nur in Museen und sehr wenige Spuren in Orten wie Las Pailas oder Las Trancas besichtigen, dort gibt es noch Reste ältester Kolonialarchitektur, die von den Ecktüren mit scharfen Winkeln zeugen, die üblich waren, bevor man zu den abgeschrägten Hausecken an Straßenkreuzungen ("Ochava") überging.
Seclantás und Molinos
Die Altstadt von Molinos zeigt noch den Kern der Kultur der Valles Calchaquíes. Der Ort liegt auf halbem Weg zwischen Cachi und Cafayate und wurde durch die Entfernung vor dem Vordringen des Massentourismus geschützt. Das Hotel Hostal de Molinos bewahrt noch völlig die Aura seiner zweihundertjährigen Geschichte. In diesem Gebäude gegenüber der schönen Kirche San Pedro Nolasco, in der sich die Besucher ins 17. Jahrhundert versetzt fühlen, lebte der letzte spanische Gouverneur.
Cafayate
Cafayate ist eine Stadt voller Leben. Hier findet man Weinkellereien, Vinotecas, gute Kunsthandwerksgeschäfte und vor allem den Zugang zur Schlucht Quebrada de las Conchas. Man sollte die Felsformationen der "Garganta del Diablo" (Teufelsschlund) und "El Anfiteatro" mit seiner unglaublichen Akkustik besuchen.

Der Zug zu den Wolken
Er führt zu einem Eisenbahnviadukt, einer großartigen Ingenieursleistung mit einer Länge von 24 m und einer Höhe von 63 m, das 1948 eingeweiht wurde. Der Zug klimmt immer weiter empor bis nach San Antonio de los Cobres, während der Kolonialzeit Haupstadt des Gouvernements Los Andes. Von hier aus fehlen nur noch wenige Minuten bis zum Viadukt, wo der 217 km lange Reiseweg endet. Die Ankunft an dieser Stelle, wo die Bewohner die Reisenden erwarten, wird wie ein Fest gefeiert.
Die Puna
Unter Puna versteht man eine Hochebene auf etwa 3.500 bis 4.000 m über dem Meeresspiegel. Der Begriff bezeichnet allerdings auch den Sauerstoffmangel, der die Höhenkrankheit "Sorroche" verursacht, deren typische Symptome Kopfschmerzen, Schweregefühl und Übelkeit sind. Nicht jeder leidet unter ihr, sollte man aber die Symptome verspüren, dann braucht der Körper lediglich Zeit zur Anpassung.
Die Schlucht Quebrada de Humahuaca
Es handelt sich um ein enges, trockenes Tal im Nordwesten, das das Zentrum der Provinz Jujuy in Nord-Südrichtung durchschneidet und zum Naturerbe der Menschheit gehört. Auf einer Länge von 155 km wird es von einer vielfarbigen Bergkette begrenzt. Man sagt, die Quebrada sei "nicht allein" und ihr entströme eine starke Spiritualität, die die Schönheit dieser farbigen Landschaft voller Kandelaberkakteen und verstreuten Dörfchen unterstreiche, in denen noch Nachkommen der verschiedenen, ursprünglichen Völker leben. Das Erbe der Vorfahren ist noch heute in den Bräuchen der Bewohner lebendig.
Der Weg nach Norden
Der Weg folgt der Landesstrasse 9, die von der Provinzhauptstadt aus immer weiter ansteigt. Kurz hinter der Ortschaft León beginnt die Quebrada. Auf der einen Seite fließt der Río Grande in seinem breiten, steinigen und kahlen Flussbett. Fast während des gesamten Jahres ist er nur ein Rinnsal, aber gegen Ende des Sommer lassen ihn die Regenfälle stark anschwellen. Nach Norden hin folgt die Straße der Gebirgslinie. Zwischen ihr und den Bergen wachsen Kandelaberkakteen in großer Zahl. Das Gestein ist rot, rosa, grün, gelb und braun, eine Unzahl von Farbtönen, die sich scheinbar zufällig kombinieren.

Purmamarca und Tilcara
Purmamarca ist ein Jahrhunderte altes Dorf mit Häusern aus Adobe-Ziegeln, das am Fuß des Cerro de Los Siete Colores, des siebenfarbigen Berges, liegt. Von hier aus kann man die große Salzwüste besuchen. Im Westen gelegen bildet die Salzwüste auf der andinen Hochebene eine seltsame, rein weiße Landschaft. Tilcara ist der Ort mit der besten touristischen Infrastruktur in der Quebrada. Die Hauptattraktion ist der Pucará, eine teilweise wieder aufgebaute Inkafestung. Er liegt an einem strategischen Punkt, von dem aus die Inkas die Kontrolle über das gesamte Tal ausübten.
Iruya
Der Ort auf einer Höhe von 2.780 m gehört nicht zur Quebrada, aber er wurde berühmt durch seine kleine Kapelle (aus dem Jahr 1753), deren Glockenturm mit blauer Kuppel sich malerisch von der Bergkulisse abhebt. Die Fahrt von Humahuaca aus dauert nahezu drei Stunden, da der Weg über ungefestigte Gebirgsstraßen führt. Auf 4.000 m Höhe überquert man die Grenze zwischen den Provinzen Jujuy und Salta: von da ab geht der Weg abwärts nach Iruya.
Tucumán - Das Tal von Tafí
Tucumán ist die kleinste Provinz des Landes. In der Hauptstadt Tucumán fand die Unabhängigkeitserklärung Argentiniens statt. Tafí - der bekannteste Touristenort der Provinz - war eine beliebte Sommerfrische, wo die alteingesessenen Familien Argentiniens viele Wochen verbrachten. Zu Pferd durchquerten sie die dichtbewachsenen Talniederungen und genossen das angenehme Klima und die reine Luft, während sie der Sommerhitze der Stadt entflohen. Heute werden in Tafí Erdbeeren angebaut und Kartoffel-und Gemüsesamen gezüchtet. Hier hat man die Gelegenheit zu Ausritten und Trekkings zur Schlucht Quebrada del Portugués, zum Wasserfall Cascada de los Alisos und zum Gipfel des Cerro Muñoz. Auch wird Trekking und Abseilen/Rappel angeboten.
Catamarca
Antofagasta de la Sierra ist eine Oase in der Puna von Catamarca. Das Dörfchen besteht aus einer Handvoll unbefestigter Wege, Bewässerungsgräben, Gärten, Tierkoppeln und Häuschen aus Lehmziegeln. Auf dem Hinweg, der seinen Ausgangspunkt in Villa Vil hat und über die Höhe "Cuesta de Randolfo" führt, sollte man einen Abstecher zum Naturschutzgebiet Laguna Blanca machen, ein natürliches Habitat der Vicuñas . 86 km nördlich von Antofagasta in Richtung auf die Provinzgrenze zu Salta liegt eine große Salzwüste mit dem unheimlichen Namen "Salar del Hombre Muerto", die Salzwüste des Toten Mannes. Unterwegs kommt man an den Ruinen des Jesuitenbergwerks von Inca Huasi vorbei.
(Quelle: Argentinisches Fremdenverkehrsamt)
Cuyo und Anden | Nordosten | Nordwesten | Pampa und Zentrum | Patagonien